Homo oeconomicus
Der rationale Nutzenmaximierer wie er im ökonomischen Lehrbuch steht
Der Homo oeconomicus
Menschen verhalten sich ökonomisch vernünftig, indem sie stets ihren Nutzen maximieren
Tauglichkeit
Die Denkfigur des Homo oeconomicus zeichnet ein stark vereinfachendes Menschenbild, indem seine ökonomische Motivation ausschließlich auf die persönliche Nutzenmaximierung reduziert wird. Dies beschreibt recht gut einen Investor, der mit seinem Kapitaleinsatz stets eine Profitmaximierung anstrebt und kein weitergehendes Interesse an seinen Beteiligungen hat. Eine Kapitalgesellschaft mit mehrheitlich anonymer Eigentümerschaft bekommt so die Profitmaximierung als Leitmotiv auferlegt (typischerweise wird dies ins Bonuszahlungssystem für das höhere Management einkodiert).
Der Homo oeconomicus ist die personifizierte Erklärung des Wachstumszwangs des Kapitalismus. Er ist der gierige, kühle Rechner, der keine Rücksicht auf irgendwelche Kosten nimmt, die externalisiert werden können, d. h. Kosten, die von anderen getragen werden. Darüber hinaus ist die Denkfigur des Homo oeconomicus weitgehend untauglich; sie versagt beispielsweise, sobald ökonomische Interaktionen mit sozialen Konsequenzen verbunden sind, beispielsweise wenn sich Menschen gegenseitig in die Augen schauen.
