Heinrichsgeist

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Mentales Modellieren
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Ulrike Herrmann

Das Ende des Kapitalismus

Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind - und wie wir in Zukunft leben werden

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Buch 2022 Buchkritik bei spektrum.de

Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2022. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).

HG Zusammenfassung

  • Der Kapitalismus erzeugt Wohlstand durch Wachstum. Er unterliegt einem Wachstumszwang.
  • Das Wachstum geht einher mit wachsendem Ressourcenverbrauch, auch Energie.
  • Unendliches Wachstum ist in einer Welt mit endlichen Ressourcen nicht möglich (theoretisch in einem “Entkoppelungsszenario”, in dem wirtschaftliches Wachstum ohne wachsenden Ressourcenverbrauch einherginge).
  • Die meisten Fürsprecher für ökologische Transformation glauben an Entkopplungsszenarien und an “grünen Kapitalismus”. Das ist attraktiv zu glauben, denn man müsste nur ein paar Dinge etwas anders machen (Autos elektrifizieren, Wärmepumpen statt fossile Heizungen), aber im Prinzip kann sonst alles weitergehen wie bisher - ohne einschneidende Einschränkungen, Verzicht und Verbote.
  • Für derlei Entkopplung gibt es keine überzeugenden Vorschläge, wie das praktisch funktionieren soll.
  • Die Entkopplung funktioniert nicht, weil im Wesentlichen die erforderliche Menge an elektrischer Energie aus regenerativen Quellen nicht annähernd bereitgestellt werden kann. Energie wird ein knappes Gut.
  • Entwürfe für denkbare alternative Wirtschaftssysteme existieren: Kreislaufwirtschaft / Postwachstum / De-Growth / Gemeinwohlökonomie. Was jedoch fehlt, ist ein Modell für einen demokratischen und geordneten Übergang, ohne Chaos, Gewalt und kriegerische Auseinandersetzungen (rechte Verführer an der Macht).
  • Diese Modelle sind keineswegs zurück in die Steinzeit. Die Autorin verweist auf ungefähr den Lebensstandard von 1978, wo das Leben nicht schlecht war.
  • Vorbild für einen geordneten Übergang in eine Wirtschaft der Güterverknappung gibt es - die britische Kriegswirtschaft ab 1939:
    • Man hatte zu spät erkannt, dass Hitler-Deutschland wirklich einen Krieg beginnt. So musste schnellstens aufgerüstet werden. Die Ausweitung der Rüstungsindustrie war so groß, dass viele andere Güter spürbar rationiert werden mussten (das ist ein Unterschied der britischen Kriegswirtschaft ggü. der US-Amerikanischen).
    • Erfolgsgeheimnis: Unternehmen blieben privat geführt, bekamen jedoch staatliche Zielvorgaben.
    • Erfolgsgeheimnis: Die Rationierung von Gütern galt gleichermaßen und ausnahmslos für alle

Interessant

  • Kolonialisierung und Unterdrückung, bittere Erkenntnis, dass das gar nicht notwendig war
  • Kapitalismus funktioniert dann am besten, wenn hohe Einkommen da sind. Siehe Exkurs Entstehung des Kapitalismus in England Ende 18. Jahrhundert
  • Nennung typischer Logikfehler anderer Klima-Autoren (Welzer, Brandt, Füchs)

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Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

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