Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung
Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können
Quelle
| Format | Veröffentlichung | Link |
|---|---|---|
| Buch | 2016 | Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung in der deutschen Wikipedia |
Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2021. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).
Interessant
Adam Smith
- Vollendete zu Lebzeiten nur zwei Werke, beide mit beachtlichem Erfolg
- Theory of Moral Sentiments (1759)
- es geht um Erklärung der Doppelnatur des Menschen: egoistisch und altruistisch zugleich
- An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776)
- Er ließ viel unvollendetes Material vernichten, er verbesserte lieber seine Werke statt Quantität zu erzeugen
- war mit David Hume befreundet
- Theory of Moral Sentiments (1759)
- Kontext: Smith wirkte im vorindustriellem Frühkapitalismus
- Britische Kolonialherrschafft
- Brittanien ist deutlich erfolgreicher als andere Kolonialmächte (bspw. Spanien, das Goldschätze aus Amerika importiert)
- aber viele Syndikate und Monopole
- Smith war
- für Globalisierung, aber mit Freihandel statt durch Kolonialismus
- gegen Monpole und Oligopole
- Sozialreformer: Gegen Sklaverei, gegen Lohndrückerei, für faire Beteiligung der Arbeiter
- Sozialreformer: Gegen Ausbeutung und Machtgefälle, setzt im Werk einige vorsichtige Spitzen gegen Reiche Zeitgenossen (die zu der Zeit die Leserschaft darstellte)
- Begründete mit “Wealth of Nations” die Makroökonomie
- existierende ökonomische Beobachtungen fügte er zu einer geschlossenen Theorie zusammen, sein Werk ist gut strukturiert
- Erkenntnis: Wohlstand kommt nicht von Gold und Silber, Merkantilismus ist ein Irrweg
- Roter Faden: Arbeitsteilung
- Einführung des Unternehmers als Akteur
- Ausgaben des einen sind die Einnahmen des anderen
- Gemeinnutz durch Eigennutz
- Handel und Märkte sind Notwendigkeit in einer arbeitsteiligen Welt
- Einführung des Unternehmers/Fabrikanten als Wirtschaftsakteur
- Unsichtbare Hand: Taucht nur einmal auf, ziemlich am Ende: Es geht lediglich um Mechanismus, der Unternehmer zum heimischen Invest anregt
- Unaufgelöst, zwei Löcher in der Preistheorie:
- Wertparadoxon: Gebrauchswert und Tauschwert fallen auseinander (korrekt benannt, aber Werk arbeitet fortan mit Tauschwert)
- Preisbildung nicht ganz konsistent: Es gibt den ’natürlichen Preis’ (enthaltene Arbeit) und den ’nominalen Preis’ (Marktpreis aus Angebot und Nachfrage)
- Unaufgelöst: Woher kommen die Gewinne der Unternehmer?
- Additiv, natürlicher Preis = Lohn + Pacht + Profit
- Deduktiv aus Tauschwert: Marktpreis ist höher als der Preis der enthaltenen Arbeit, Differenz ist Profit
- existierende ökonomische Beobachtungen fügte er zu einer geschlossenen Theorie zusammen, sein Werk ist gut strukturiert
Smith lobte den Egoismus nicht, aber er verurteilte ihn auch nicht – solange er nicht schadet. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass ein Fleischer Geld verdienen will, sonst würde er sich gar nicht erst hinter seine Schlachtbank stellen. Daraus folgte bei Smith aber noch lange nicht, dass der Markt immer die beste Lösung wäre.
Man darf nicht vergessen, dass Smith zu einer Zeit schrieb, als die Reste der Ständegesellschaft noch überall spürbar waren: Schottische Salinenarbeiter gehörten ihren Herren, englische Dorfbewohner durften nicht einfach in die Städte umziehen, Zünfte beherrschten das Handwerk, und der überseeische Handel wurde von Monopolbetrieben kontrolliert. Smith bekämpfte diese Privilegien, indem er zeigte, dass sie keine ökonomische Funktion hatten, sondern schädlich waren. Die Wirtschaft funktionierte besser, wenn auch die einfachen Bürger frei agieren durften – und nicht durch Standesrechte geknebelt wurden.
Smith war allerdings nicht der Meinung, dass man den Staat ruhig abschaffen oder zusammenstreichen sollte. Neoliberale haben ihn da gezielt missverstanden.
David Ricardo
- dachte “mathematischer” als Smith. Sein großes Werk war jedoch sehr unstrukturiert
- führte den Begriff “Kapitalist” ein
- führte die “komparativen Kostenvorteile” ein, dies wurde später ein wichtiges Konzept der Neoklassik
- konnte den Widerspruch der Preistheorie auch nicht auflösen, er entschied sich nur die deduktive Variante zu verwenden
- damit ist der Wert durch enthaltene Arbeit bestimmt, die theoretische Ausarbeitung von Ricardo baut die ökonomische Brücke zu Marx
