1899–1970. Einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, der weitgehend außerhalb des akademischen Mainstreams arbeitete.

Kalecki entwickelte bereits 1933 — vor KeynesGeneral Theory (1936) — eine eigenständige Theorie der effektiven Nachfrage: Produktion und Beschäftigung werden nicht durch das Angebot, sondern durch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage bestimmt. Da er auf Polnisch publizierte, blieb diese Priorität lange unbeachtet.

Darüber hinaus ging er in zentralen Punkten über Keynes hinaus:

  • Monopolgrad-Theorie: Einkommensverteilung zwischen Löhnen und Gewinnen hängt vom Grad der Monopolmacht ab — nicht von Grenzproduktivitäten.
  • Dynamische Konjunkturtheorie: Kapitalinvestitionen erzeugen zyklische Schwankungen, weil sie Gewinne steigern und gleichzeitig die Kapazitäten ausweiten, die künftige Gewinne drücken.
  • Politische Ökonomie der Vollbeschäftigung (1943): Unternehmer sabotieren dauerhaft hohe Beschäftigung, weil sie ihre Verhandlungsmacht gegenüber Arbeitnehmern schwächt — ein strukturelles Argument, kein Marktversagen.

Hauptwerke: Studies in Economic Dynamics (1943), Theory of Economic Dynamics (1954).