Tore im Abseits
Die Zeit NR. 22/2023 vom 25.05.2023: In zwei Monaten startet die Fußball-WM der Frauen in Australien und Neuseeland. Doch noch immer feilschen die Fifa und die Öffentlich-Rechtlichen um die Senderechte
Quelle
| Format | Veröffentlichung | Link |
|---|---|---|
| Artikel | 2023 | https://www.zeit.de/2023/22/fussball-wm-frauen-tv-rechte-ard-zdf-fifa |
Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2023. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).
Interessant
Erpressung?
ARD und ZDF bieten 5 Millionen Euro für die Senderechte, die Fifa will das Doppelte. Die Ausschreibung erfolgte für Deutschland ungewöhnlich kurzfristig:
Die Öffentlich-Rechtlichen stecken in einem Dilemma. So sieht das jedenfalls Christoph Bertling, der an der Sporthochschule Köln Köln das Institut für Kommunikations- und Medienforschung leitet. Er sagt, ARD und ZDF hätten den Frauenfußball lange protegiert, auch als sich noch nicht viele Deutsche für die Nationalmannschaft begeisterten. «Jetzt ist das Interesse gestiegen, und es gibt einen Anspruch in der Bevölkerung, die WM zu sehen. Die Fifa weiß das und will die Situation nutzen.» Eine Erpressung mit öffentlichem Druck?
Marktversagen
ARD und ZDF haben für die WM-Rechte das höchste Angebot aus Deustschland abgegeben, private Sender wollten nicht so viel zahlen. Einige haben gar nicht erst geboten.
Charly Classen, der Sportchef von Sky, etwa sagte dem stern, sein Pay-TV-Sender würde die WM gern zeigen, aber wirtschaftlich sei das nicht darstellbar. «Wenn die Fifa einen angemessenen Preis aufrufen würde, hätte es vielleicht bereits ein Wettbieten gegeben.»
Preise
ARD und ZDF Zahlungen für Senderechte
- Männer Fußball WM in Katar: mehr als 200 Millionen Euro
- Männer-Bundesliga jährlich: Angeblich 930 Millionen Euro
- Frauen Fußball-Bundesliga jährlich: gut 5 Millionen Euro
