LNP #474 - Autobahnkreuzigung
Feedback — Kommissionspropaganda — Google zahlt für #1 — Meta und personalisierte Werbung — Jabber.ru MITM
Quelle
| Format | Veröffentlichung | Link |
|---|---|---|
| Podcast | 2023 | https://logbuch-netzpolitik.de/lnp474-autobahnkreuzigung |
Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2023. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).
Interessant
Google lässt sich #1 was kosten
Google zahlt viele Milliarden an Internetbrowser, um Standardsuchmaschine zu bleiben.
Meta: Personalisierte Werbung
Meta (Facebook/Instagram) ändert mal wieder Strategie, um straffrei Nutzerdaten zu verarbeiten. Nach dem Pur-Abos Vorbild kann man für sich für knapp 10 Euro pro Monat von der Zustimmung zur Datenverarbeitung freikaufen.
Heinrichsgeists Kommentare vom 30.11.2023
Google lässt sich #1 was kosten
Zu Eine marktbeherrschende Stellung zu haben ist nicht verboten und nicht verwerflich. Schließlich gibt es auf funktionierenden Märkten einen gesunden Wettbewerb der Innovationen befördert, die Marktanteile verändern oder sogar Märkte umwälzen können. Hätte Google in seinen Anfangszeiten einen ähnlichen Goliath gegen sich gehabt wie es heute selbst ist – Google hätte keine Chance gehabt mit seinen Innovationen die Menschen zu beglücken (und davon zu profitieren). Der heutige Suchmaschinenmarkt ist dysfunktional!
Es gab mal eine Zeit, da wurde es allgemein als ganz natürliches freiheitliches Recht von Unternehmen angesehen, sich ohne Restriktionen mit wemauchimmer abzusprechen, und sei es auch zur Preisfestsetzung. Die gesellschaftlichen Schäden der entstehenden Kartelle wurden erkannt – heute gibt es scharfe Kartellgesetze und Kartelle sind nicht nur strafbar sondern auch verpönt. So ändern sich die Zeiten.
Ich glaube wir müssen erkennen, dass heutige Digitalmärkte mit ihren Netzwerkeffekten und Ähnlichem anders funktionieren, neue Herausforderungen mitbringen und die vertrauten Marktregeln des 20. Jahrhunderts grundsätzlich überarbeitet werden müssen.
Zu den neuen Regeln kann z.b. gehören, dass Praktiken die Markteintritt für kleine neue Player verhindern verboten sind. Oder dass ein Unternehmen nicht gleichzeitg einen Suchdiensten und Datenbrokerei betreiben darf.
Meta: Personalisierte Werbung
Das Konzept „Informed consent“ der DSGVO greift also zu kurz, weil der Einzelne den Vorgang zwar (achselzuckend, zähneknirschend oder wieauchimmer) zur Kenntnis nehmen kann, die Konsequenzen und persönlichen Risiken jedoch grundsätzlich nicht einschätzen kann. Die gesamtgesellschaftlichen Risiken (oder Schäden) schon mal gar nicht.
Es müsste also gesetzbegerisch an der Wurzel angegriffen werden und manche Praktiken stark reguliert oder sogar verboten werden – dabei würden lukrative heutige Geschäftsmodelle zerbrechen. In der Waagschale der Güterabwägung liegt ein gesamtgesellschaftliches Interesse… Das hat sicher Gewicht.
Aber wie hoch ist denn dieses Gewicht? Was genau und wie massiv sind die Risiken? Das müsste erstmal greifbarer gemacht werden – ein „vages Unbehagen“ ist zuwenig.
