Andreas Knie über die Verkehrsgeschichte & die Zukunft
Jung & Naiv #683. Zu Gast im Studio: Mobilitätsforscher und Verkehrssoziologe Andreas Knie, Sozialwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH (WZB) und Professor für Soziologie an der TU Berlin.
Quelle
| Format | Veröffentlichung | Link |
|---|---|---|
| Podcast, Interview | 2024 | https://jung-naiv.podigee.io/929-683-mobilitatsforscher-andreas-knie-uber-die-verkehrsgeschichte-die-zukunft |
Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2024. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).
Interessant
Guter historischer Abriss der Verkehrsentwicklung in Deutschland der letzten 150 Jahre
- Andreas Knie ist Mitglied der Grünen. Er tritt nicht aus der Partei aus, um Transparenz bezüglich seiner normativen Basis zu schaffen.
- Die Deutschen haben ein verkrampftes Verhältnis zum Auto, wir alle sind Autolobbyisten im Kopf
- Mythen zu Autobahn und Hitler Nazideutschland
- Unfairer Wettbewerb Schiene/Straße, die Lkw Logistikbranche zahlt fast nichts für die Straßeninfrastruktur
- in den 1950/60ern galt die Anzahl der zugelassenen Autos als ein Maß für den nationalen Wohlstand (bei 1:12h)
- Erbsünde (ab 1:13h): Freigabe des öffentlichen Raums fürs Auto, Bremer Laternenparkurteil (Bundesverwaltungsgericht 1966. Davor galt: “Kein Stellplatz - keine Zulassung”) –> Subvention des Autos
- Vorschlag Flugreisen Kontingent: Jeder darf 3x/Jahr fliegen. Flugrecht ist veräußerbar. Gut durchsetzbar, da Flugreisen auch heute schon personenbezogen registriert werden.
- Deutsche Verkehrsordnung wurde bewusst auf die Bevorzugung des Autos ausgelegt, das Leben rund ums Auto herum organisiert
- Vorschlag: Statt Busverkehr (nicht zeitgemäß, ineffizient fast leere Busse rumfahren zu lassen), Bring- Holdienste für die letzte Meile (viele E-Taxis, langfristig Robotaxis) (bei 2:53h)
- City Maut, Vorschlag Abgabe auf Raumverbrauch, Inanspruchnahme Infrastruktur
Im Kontext ÖPNV Verkehrsplanung durch Bürokraten (bei 2:55h)
Das Problem beim ÖPNV ist das, dass Männer, die in Autos sitzen, mit Geld, das ihnen nicht gehört, Produkte bauen, die keiner versteht, was aber nicht auffällt, weil sie ja keiner nutzt.
