Heinrichsgeist

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Heiner Flassbeck

Grundlagen einer relevanten Ökonomik - 5

Kapitel 5 Geld, Kapital und monetäre Stabilität

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Kapitel 5 Geld, Kapital und monetäre Stabilität

Es bleibt also nichts übrig, als die Geschichte von vorne zu beginnen und eine Lösung zu skizzieren, die sowohl wissenschaftlichen Ansprüchen als auch den Möglichkeiten der Politik gerecht wird.

5.1 Die Rolle des Geldes

Zwei Pole: Geldsystem strikt getrennt vom Wirtschaftssystem getrennt, versus »endogenes Geld«, das auf die Bedürfnisse der Wirtschaftssubjekte angepasst werden kann. Laut Flassbeck greift beides zu kurz: Geldpolitik, Fiskalpolitik und internationale Effekte müssen einbezogen werden.

5.1.1 Was ist Geld?

Starkes Kapitel!

Weil Geld in den heutigen Geldwirtschaften einen Anspruch auf Güter beinhaltet, kann dieser Anspruch nicht verschenkt werden, sondern muss selbstverständlich vermögensneutral erfolgen. Das geht nur, wenn derjenige, der von der Zentralbank Geld erhält, dafür einen Schuldtitel akzeptiert.

Modernes Geld als »Vertrag, den die Gesellschaft mit sich selbst schließt«:

weil sich die Transaktionen in einer komplexen Wirtschaft mit einem einheitlichen und allseits akzeptierten Zahlungsmittel (einem numéraire, wie es klassisch genannt wird) wesentlich unkomplizierter gestalten. Statt den Wert jedes Gutes in Einheiten jedes anderen Gutes ausdrücken zu müssen, werden die Werte aller Güter in Geldpreisen ausgedrückt, was die Güterwerte unmittelbar vergleichbar macht und damit den Tausch von Waren und Dienstleistungen enorm vereinfacht.

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Weil Geld ein Ersatzanspruch für Güter ist, steht in dem impliziten Vertrag der Gesellschaft mit sich selbst, der mit »Geld« überschrieben ist, dass der Wert des Geldes erhalten bleiben soll bzw. sich nur in dem Maße ändern darf, wie das gesellschaftlich akzeptiert wird.

Vertrauen in Geld bedeutet Vertrauen in das Prinzip der Arbeitsteilung. Ebenso Vetrauen in den Staat, dass er mit seinen Institutionen sicherstellt, dass jeder Bürger mit dem an sich wertlosen Papier (bzw. Kontostand) dauerhaft eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Fortschritt bekommt.

Für die Schaffung des Geldes und die Durchsetzung dieser Vereinbarung haben die modernen Gesellschaften mit der Zentralbank bzw. Notenbank eine einzige verantwortliche Institution geschaffen. Sie schöpft das Geld und sorgt dafür, dass das von ihr herausgegebene Geld der arbeitsteiligen Gesellschaft als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel dient.

In den meisten Ländern ist diese Institution gleichzeitig dazu auserkoren worden, den Wert des Geldes zu garantieren. Das ist jedoch keineswegs selbstverständlich und auch nicht sinnvoll.

bzgl. der Neigung der Zentralbanken, Geldknappheit als Tugend zu betrachten

Das ist falsch. Geld muss reichlich vorhanden sein, um eine reibungslose Funktionsweise des Systems zu garantieren. Der Wert des Geldes als Wert eines bestimmten Güterbündels ist dann hoch, niedrig oder angemessen, wenn sich all diejenigen, die sich in dem komplexen Zusammenspiel aller Märkte auf ein bestimmtes Inflationsziel geeinigt haben, an die einmal getroffene Vereinbarung halten. Das zu garantieren, dafür ist eine demokratisch legitimierte Regierung viel eher geeignet als eine von der Regierung technokratisch besetzte Zentralbank.

Mit anderen Worten ist der Wert des Geldes genau dann angemessen, wenn er den Erwartungen entspricht, die bei der Vereinbarung über in Geld auszuzahlende Verträge von den Vertragspartnern unterstellt worden sind. Bei den wichtigsten Vertragspartnern in allen modernen Gesellschaften handelt es sich um diejenigen, die über die Masse der Arbeitsverträge entscheiden. Deswegen ist der Lohn der entscheidende Anker für den Geldwert. Wir leben in einem Papiergeldsystem mit Lohnstandard. Das bringt enorme Implikationen mit sich, wie in den folgenden Kapiteln zu zeigen sein wird.

Box 10: Die Fiktion von der Neutralität des Geldes

Zur neoklassisch-monetaristische Erwartung, dass Geldmengenausweitung zu steigenden Preisen und Nominalzinsen führt

Man sagt folglich, mehr Geld könne das reale System nicht verändern, weil die Zinsbedingungen an den Märkten das nicht zulassen würden. Die Zinsbedingungen aber lassen das nicht zu, weil die Marktteilnehmer wissen, dass mehr Geld das reale System nicht verändern kann. Das ist der logische Zirkel, in den man sich begibt, wenn man Theorien durch (der eigenen Weltsicht angepasste) Vermutungen ersetzt.

Der logische Widerspruch ergibt sich aus der statischen Modellierung

Da man bei einer dynamischen Betrachtung nicht wissen kann, wie groß die Menge der Güter ist, kann man auch nicht wissen, was »zu viel Geld« ist.

5.1.2 Der Zins

Das Bild der herrschenden Ökonomik:

Der Marktzins, der sich aus diesem Zusammenspiel der Marktkräfte ergibt, beteiligt den Anbieter von Kapital (den Gläubiger) an den Erträgen, die der Investor (der Schuldner) erwirtschaftet. Als Sparer wird der Anbieter folglich belohnt für seine Bereitschaft, auf Konsum zu verzichten. In der klassischen Ökonomik hat man den Zins daher manchmal auch als die Belohnung für das »Warten« bezeichnet. Diese Aussage ist jedoch, wie in Kapitel 3 schon gezeigt, fundamental falsch, weil es den Marktprozess, der Ersparnisse in Investitionen verwandelt, nicht gibt. Da das Sparen, das Zurückstellen von Ausgaben, den Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung behindert und nicht fördert, kann es dafür auch keine »Belohnung« geben.

Flassbecks Bild: Die langfristigen Zinsen (Rendite) folgen durch Substitutionseffekte (stark gedämpft) dem kurzfristigen Leitzins der Notenbank (Abb. 1.26 und 1.27). Denn driften sie auseinander, dann entscheiden sich mehr Kapitalanleger für langfristige Anlagen, was der Drift entgegenwirkt (dies ist Beispiel für einen Substitutionseffekt).

Normale Zinsstruktur: Die langfristige Rendite liegt normalerweise über dem Leitzins und darin liegt das Geschäftsmodell der Banken (Fristentransformation: Sofort günstig Geld beschaffen bei der Zentralbank und auf lange Frist mit höherem Zins zurückfordern). Bei einer »inversen Zinsstruktur« wird für die Banken das Geschäft der Kreditvergabe unrentabel und das damit besteht hohes Risiko für eine Rezession. Nur wenn dann die Zentralbank durch expansive Geldpolitik die »Bremse an der Kreditmaschine« (Begriff geht auf Schumpeter zurück) löst, gibt es Chance zur Erholung der Konjunktur. Geschieht die nicht, kann es bei langanhaltender Nullzinspolitik (Ende der 2010er Jahre) dann zu einer »untypischen inversen Zinsstruktur« kommen, bei der die langfristige Rendite sogar in Minus gehen kann. Laut Flassbeck ein unvermeidbarer Kollateralschaden, der die Effektivität der grundsätzlich richtigen Niedrigzinspolitik leicht schmälert.

Der Zinssatz ergibt sich demnach nicht aus Finanzmarktprozessen, sondern dessen Richtung wird von der Zentralbank vorgegeben. Das Handeln der Geldpolitik hat großen Einfluss auf die Kapitalmarktverzinsung. Vermögenskonzentration, die sich nach Piketty aus dem Abstand aus Kapitalmarktverzinsung und Wirtschaftswachstum ergibt, ist also kein Naturgesetz, sondern durch Geldpolitik und Lohnpolitik bestimmt.

5.1.3 Zins und Rendite

Die konsequente Trennung von Geldzins (hier synonym für Zinssätze auf Finanzkapital unabhängig von dessen Fristigkeit, also für kurz- und langfristige Zinsen) und der Rendite auf Sachkapital, das hat Kapitel 3 gezeigt, schafft den Zugang zur Erklärung der Dynamik einer monetären Marktwirtschaft.

Ignoriert man dies, kommt es zu falschen Analyseergebnissen: Es folgt ein Abschnitt über falsche Beratung von Entwicklungsländern, denen meist Entwicklungschancen über Freihandel eingeredet werden, statt ihnen die notwendige Reform von Bankenstruktur und Geldpolitik nahezulegen.

Die Sachkapitalrendite darf nicht als gegeben angenommen werden. Laut Flassbeck liegt der Schlüssel für eine gesunde Sachkapitalrendite in stabiler Inflationserwartung basierend auf einem Lohnstandard, der stabile Nachfrage schafft, was wiederum zu Sachinvestitionen ermuntert. Ohne stabile Lohn- und Preissteigerungen können temporäre Effekte die Kapitalrendite stabilisieren: Erhöhung privater Sparquote, erhöhte staatliche Nachfrage, erhöhte Exporttätigkeit. Wenn diese Effekte ausgereizt sind, dann sinkt die Kapitalrendite und die Zinsen müssen nachziehen in Richtung Nulllinie.

Flassbeck betont, dass die Untersuchung der wechselseitigen Effekte zwischen den Größen (insbes. Zins, Kapitalrendite, Lohnstandard, Wachstum) wichtig ist. Pikettys Theorie sieht Flassbeck in dieser Hinsicht als zu kurz gegriffen an, da lediglich die Kapitalrendite mit dem Wachstum verglichen werde.

Box 11: Gibt es einen neutralen Zins?

Neutraler Zins: Gleichgewichtszins, bei dem Sparer genauso viel Geld verleihen wie Kreditnehmer Geld leihen. Wissenschaftliche Bezeichnung ist globaler Zins r*. Der neutrale Zins ist eine Fiktion fernab der Realität, bei dem der Zins von der Zentralbank gesetzt wird. Flassbeck verweist auf Abhandlung zum Thema Sparen in Kapitel 3.

5.2 Die Rolle des Kapitals
5.2.1 Was ist Kapital?

Der Begriff “Kapital” ist problematisch, erstens durch Personifizierung und zweitens durch eine semantische Unschärfe. Es ist zu unterscheiden:

  • Geldvermögen/Eigenkapital
  • Kredit/Fremdkapital
  • Sachkapital/Humankapital

Unternehmerische Investitionsentscheidungen achten auf Ausgewogenheit der Finanzierung durch Eigenkapital und Fremdkapital. Bei Eigenkapitaleinsatz werden Opportunitätskosten einberechnet (welche Rendite auf Finanzmärkten würde dadurch entgehen?). Bei Fremdkapitaleinsatz ist der Preis für den Kredit (der Zinssatz) vorgegeben und hängt wesentlich von der gesamtwirtschaftlichen Situation ab. Das Gleiche gilt für die Lohnkosten, hier kann sich ein einzelnes Unternehmen nicht dauerhaft von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung entkoppeln.

Ist die Investition erfolgreich und generiert einen ausreichend großen Cashflow, entlohnt das Unternehmen seine Mitarbeiter, bezahlt seine Vorleistungen und ersetzt Schritt für Schritt Fremdkapital durch Eigenkapital, indem es den Kredit zurückzahlt; was nicht ausschließt, dass neue Kredite aufgenommen werden, sobald die alten getilgt sind. Die als Eigenkapital neu eingebrachten Geldvermögen werden durch eine Gewinnbeteiligung vergütet. In beiden Fällen entsteht Sachkapital, das anschließend dem Unternehmen bzw. seinen Eignern gehört.

Kapital als ein antagonistisch zur Arbeit bereitstehender Produktionsfaktor existiert nicht. Immer versucht das Unternehmen, so viel Arbeit einzusparen, wie bei dem gegebenen technischen Fortschritt oder zu erwartenden technischen Entwicklungen möglich.

(Dieser Antagonismus ist ein grundsätzlicher Fehler bei Karl Marx)

Makroökonomische Wirkung: Wettbewerb zwingt mittelfristig zu einer Preisgestaltung, welche die Arbeitnehmerschaft in Summe am Produktivitätsgewinn beteiligt, entweder durch im Vorhinein ausgehandelte Nominallohnerhöhungen oder durch sinkende Güterpreise. In der nächsten Runde der Investitionsentscheidungen haben sich die Bedingungen für erfolgreiche Unternehmen geändert: mehr Sachkapital, höhere Produktivität, mehr Nachfrage. Nur wenn ein Unternehmen keine erfolgreichen Investitionsideen hat, wird es Mitarbeiter entlassen. Im Falle von Entlassungen haben bei erhöhter Nachfrage andere Unternehmen Investitionsideen und stellen ein - es kommt zum Strukturwandel. Diese positive Dynamik ist nicht selbstverständlich, die “Goldene Lohnregel” ist hilfreich.

Für die unternehmerische Entscheidung ist die Differenz aus erwarteter Rendite (natürlicher Zins) und dem Zins entscheidend, nicht das absolute Zinsniveau. Der erzielbare natürliche Zins ist allerdings abhängig von der makroökonomischen Lage, die wiederum vom (Leit-)Zins abhängt.

Dass es einer Notenbank in einer sich verschlechternden Wirtschaftslage gelingt, den Geldzins so schnell zu drücken, dass er unter den natürlichen Zins fällt und die Investitionstätigkeit belebt, ist sicher möglich, aber ob man das in der Regel erwarten kann, bleibt eine offene Frage.

5.2.2 Kapital und Gewinn

Kompetenz und Haftung: Unternehmen übernehmen die Kompetenz unter Unsicherheit zu entscheiden und tragen die Konsequenzen. Für Misserfole haften sie, im Erfolgsfall winken hohe Gewinne. Auch mit Lohnstandard und bei hohem Wettbewerbsdruck wird es regelkonforme Unternehmen geben, die Gewinne einfahren (insbesondere Pioniere im schumpeterianischem Sinne).

Das Arrangement kann man modifizieren, aber man kann es nicht vollständig aufheben, ohne das System als solches in Frage zu stellen. Die Rechtfertigung des Systems besteht darin, dass es eine Anreizstruktur mit sich bringt, die zu technischem Fortschritt führt und, wenn die Wirtschaftspolitik so gestaltet wird, wie in diesem Buch begründet und vorgeschlagen, zu einer Wohlstandsmehrung für alle, und zwar weltweit und unter Berücksichtigung der Endlichkeit bzw. Schonung der planetaren Ressourcen.

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Immerhin lassen die Wissens- und Technikvorsprünge des Pioniers sowie andere Friktionen im Marktprozess in den meisten Fällen auch dann einen besonderen Gewinn zu, wenn kein staatlicher Schutz für technische Neuerungen existiert. Doch alle diese Fragen sind sekundär gegenüber der klaren Erkenntnis, dass es der Gewinn ist, an dem sich die Unternehmen messen und beurteilen lassen. Auf einen unklaren Kapitalbegriff kann man schlicht verzichten.

Der Gewinn aus der Vorperiode kann in Sachkapital/Humankapital umgewandelt werden (durch Investitionen) oder in Einkommen der Eigentümer (z. b. Dividenden).

Kostensteigerungen und -Senkungen

  • (nationale Betrachtung) werden unter Wettbewerbsbedingungen in Preisänderungen übersetzt, verändern i. d. R. aber nicht das Investitionsverhalten
  • (internationale Betrachtung) Steuer-/Lohnsenkungen führen zu Verbesserung der Wettbewerbsposition eines Landes, was zu Handelsungleichgewichten führen kann. Ein “Race-to-the-bottom” geht mit der Vernachlässigung öffentlicher Infrastrukturen einher

Durchfinanzierte Steuersenkungen, also solche, die durch Ausgabenkürzungen des Staates an anderer Stelle »finanziert« werden, helfen dem Unternehmenssektor nicht, sondern schaden ihm unmittelbar.

5.2.3 Wie entsteht Kapital?

Hier wird die Problematik versagender Entwicklungshilfe auf den Punkt gebracht: Internationale Organisationen operieren mit einer ökonomischen Lehrmeinung, wonach Entwicklungsländer auf das Finanzkapital der Industriestaaten angewiesen sind, um einen eigenen Sachkapitalstock aufbauen zu können (ihre Armut reiche dafür nicht aus).

Folglich hat man Finanzkapitalimport und sein Gegenstück, nämlich Leistungsbilanzdefizite als gewissermaßen natürliche Begleiterscheinungen von Entwicklung angesehen.

Angesichts unserer bisherigen Überlegungen ist das strikt von der Hand zu weisen. Die Voraussetzung für die Schaffung von Sachkapital im Sinne eines steigenden und effizienten Sachkapitalstocks sind Gewinne der Unternehmen und ein funktionsfähiges Bankensystem.

Diese Voraussetzung gilt unabhängig von der Entwicklungsstufe.

5.2.4 Wie fließt Kapital?

Berühmt ist die Geschichte, nach der die Eurokrise ihren Ursprung darin hatte, dass Kapital aus den reichen Ländern im Norden in die ärmeren im Süden Europas geflossen sei, denen so ermöglicht wurde, über ihre Verhältnisse zu leben. Das konnten sie laut dieser These, die vor allem Hans-Werner Sinn vertreten hat, deswegen tun, weil im Eurogebiet die Zinsen plötzlich viel niedriger waren als vorher in den nationalen Volkswirtschaften.

Das ist keine wissenschaftlich seriöse Geschichte, denn erstens betrachtet sie ausschließlich die Kapitalbilanz ohne Berücksichtigung der Leistungsbilanz, und zweitens suggeriert sie eine Kausalität, wo nach Buchhaltungsregeln der Saldenmechanik per definitionem eine Identität besteht.

Daraus folgt: Wer die Zinserklärung benutzt, muss auch erklären, auf welche Weise dabei die Warenströme gedreht werden. Tut er das nicht, ist die Zinsthese von vorneherein sinnlos. Wenn Salden kausal gedeutet werden (also etwa so wie bei Hans-Werner Sinn, der aus dem Saldo abliest, dass die Kapitalströme Ausgangspunkt einer Entwicklung sind und die Güterströme ihnen dann folgen), ohne dass die besondere Auslegung einer Identität ausdrücklich Erwähnung findet, ist immer größte Vorsicht geboten.

Laut Flassbeck ist die Lohnmoderation in Deutschland (Agenda 2010) der Hauptfaktor, der die Verstärkung der Warenströme von Deutschland ins Ausland erklärt.

Wichtig ist das Verständnis der doppelten Buchführung mit paradox erscheinenden Effekten: Kapitalexport von Deutschland nach Frankreich (gemäß Statistik) bedeutet nicht, dass deutsche Ersparnisse nach Frankreich fließen, sondern dass Deutsche Güter exportiert werden im Austausch gegen finanzielle Forderungen gegenüber französische Banken. Im Zuge der Transaktionen werden Forderungen gegenüber dem französischem Käufer in Forderungen gegenüber französische Banken übersetzt, welche ihrerseits Forderungen gegenüber ihren Kunden (den Käufern der deutschen Waren) bilanziert. Die Bilanzen sind ausgeglichen.

5.2.5 Der Kapitalstock

ist ein wichtiges nationales Konzept

Damit bezeichnet man das in einer Volkswirtschaft angesammelte Sachkapital, mit dessen Hilfe das volkswirtschaftliche Einkommen erzielt wird.

Durch den Kapitalstock wird

in vielerlei Hinsicht das wirtschaftliche Potenzial einer Volkswirtschaft für einige Zeit festgelegt

Der Kapitalstock stellt mit seiner Produktivität (durch Kombination mit Arbeitskraft) der Gesellschaft reales Einkommen (Gütereinheiten) bereit. Stetes Wachstum des Kapitalstocks führt zu Wachstum der Einkommen der Unternehmen und zu Nominallohnerhöhungen der Arbeiter. Auch die Realeinkommen der Rentner resultieren aus diesem Kapitalstock. Die Idee einer durch Finanzanlagen “kapitalgedeckten” Rente beruht auf Denkfehlern: Sparen vergrößert den Kapitalstock nicht.

5.3 Geldwertstabilität in Zeit und Raum

Begriffsklärungen rund um Preissteigerungen

  • Inflation: Allgemeines Aufblähen von Preisen in einer Volkswirtschaft über längere Zeit
  • Galoppierende Inflation/Hyperinflation: Inflation im zweistelliger Bereich
  • Offene Deflation: Preissenkungen
  • Preisstabilität: Zielinflationsrate von 2% (EWU) wird getroffen
  • Inflation: Preissteigerungen über der Zielinflation
  • Deflation: Unter der Zielinflation

Messung von Preisniveau und Preissteigerungen

  • Preisindex wird ermittelt. Veränderungen werden durch Normierung (auf 100) ggü. einem zurückliegendem Basisjahr beschrieben
  • Verbraucherpreisindex: Gewichteter Warenkorb, der typischen Konsum widerspiegelt
  • Vorjahresvergleich: Differenz ggü. gleichen Monat des Vorjahres
  • Verlaufsrate: Zeitreihendarstellung (über Monate oder über Jahre)
  • Kerninflationsrate (= Kernrate): Verbraucherpreisindex ohne Energie und Nahrung. Sinn »Um die Grundtendenz der Preisentwicklung besser zu erkennen«
5.3.1 Geldwertstabilität in der Zeit

Die Überlegungen zum Zustandekommen von Güterpreisen zeigen, dass sie entscheidende Signale für die Entwicklung einer Marktwirtschaft aussenden. Unter optimalen Wettbewerbsbedingungen (die in der Realität allerdings selten gegeben sind) spiegeln sich ändernde Einzelpreise Veränderungen in den Konsumwünschen ebenso wider wie Veränderungen der Produktionsbedingungen. Sie weisen Anbietern den Weg in gewinnträchtige Bereiche und reduzieren auf diese Weise dort herrschende Knappheiten. Zudem drängen steigende Preise in aller Regel die Nachfrage nach einem Gut zurück, was ebenfalls Mengenengpässe auf dem betreffenden Markt reduziert. Güter, bei denen die erzielbaren Preise ihre Herstellungskosten nicht mehr decken, verschwinden vom Markt. Die für ihre Produktion verwendeten Ressourcen – von Rohstoffen über Maschinen bis hin zu Arbeitskraft – werden frei für andere Verwendungsmöglichkeiten.

Neben Sicherstellung von Wettbewerb ist die Entwicklung des Preisniveaus ein wirtschaftspolitisches Handlungsfeld. Eskalation Richtung Inflation oder Deflation muss verhindert werden. Flassbeck beschreibt die selbstverstärkende Dynamik einer Lohn-Preis-Spirale und ihren Nebenwirkungen: Entwertung von Geldvermögen und einsetzender »Ansturm auf Sachwerte«:

Je länger der Prozess anhält, desto schneller dreht sich die Preisschraube. Die Such- und Anlageaktivitäten, mit denen ihr von Seiten der einzelnen Wirtschaftssubjekte zu begegnen versucht wird, sind gesamtwirtschaftlich schädlich. Sie benötigen nämlich (Arbeits-)Zeit, ohne dass durch sie neue Güter hergestellt werden, weil es immer öfter nur um die Verteilung vorhandener Güter geht, nicht aber um echte Innovationen. Preissteigerungen quer durch alle Güterkategorien zeigen dann keine relativen Knappheiten und Gewinnchancen mehr an und verlieren so die Lenkungsfunktion, die sie in einer Marktwirtschaft haben sollten.

Sich laufend ändernde Kalkulationsgrundlagen bringen die Sachinvestitionstätigkeit irgendwann zum Erliegen

Und damit kehrt sich die Dynamik um. Es kommt zu Entlassung, Lohnsenkungen, Konsumrückgang und ein Preissenkungswettbewerb um die sinkende nominale Nachfrage setzt ein. Auch das ist ein selbstverstärkender Prozess, bei dem die fallenden Preise die Erfüllung von Zinsverpflichtungen erschwert, was die Konditionen der Kreditvergabe verschärft und Unternehmer abschreckt.

Auf einzelnen Märkten gibt es keine Wechselwirkung zwischen Angebot und Nachfrage, so kann aus Angebots- und Nachfragekurve ein Gleichgewichtspreis zustande kommen. Auf der Markoökonomischen Ebene ist es anders - Gesamtangebot und Gesamtnachfrage sind gekoppelt. Laut Flassbeck gibt es es daher keinen enstprechenden Marktmechanismus zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage.

Das Gesamtwirtschaftliche Preisniveau wird laut Flassbeck bestimmt durch die »institutionelle Ausgestaltung des Finanzsektors, der die Verschuldung durch die Schaffung von Krediten ermöglicht«. Das Ausfallrisiko von Krediten für Sachinvestionen und auch für Konsum hängt statistisch an der gesamtwirtschaftlichen Lohnentwicklung. Liegt diese in der Nähe der goldenen Lohnregel ist aus dieser Richtung keine übermäßige Kreditvergabe zu erwarten. Übermäßige Kreditvergabe passiert, wenn Spekulationsblasen aufgepumpt werden:

Denn bei derlei Geschäften handelt es sich nicht um potenziell produktive Versuche, neue Ressourcenkombinationen durch Innovationen auszuprobieren, sondern um mit Sicherheit unproduktive Nullsummenspiele zwischen Spekulanten, die auf verzerrten Preisen basieren. Das Entstehen solcher Preisblasen wird durch die Kreditvergabe gefördert und schädigt Wirtschaftssubjekte, die mit den spekulationsanfälligen Gütern real wirtschaften müssen. Diese sind dann nämlich gezwungen, höhere Preise zu bezahlen und geben den Preisdruck im Zweifel an ihre Kunden weiter, was das Preisniveau tendenziell stärker erhöht, als von den Lohnstückkosten her angelegt. Zudem haben es Sachinvestoren schwerer, an Kredite zu gelangen, wenn die Renditen ihrer Projekte mit den kurzfristigen Spekulationsgewinnen nicht mithalten können und daher Banken weniger zu deren Finanzierung bereit sind.

Der Staat kann Inflation befeuern, wenn er prozyklisch während eines Booms intensiv investiert. Er sollte auch beachten, dass sich langwierige Infrastrukturinvestionen eher nicht als antizyklische Stützmaßnahmen eignen.

Zur Rolle der Geldpolitik, »Der Zinssatz dient als Filter zur Auswahl von Projekten«

Das ist eine essenzielle Funktion, da nicht unendlich viele Ressourcen zur Verfügung stehen, mit denen die Projekte alle gleichzeitig ausprobiert werden können

Wenn Leitzinserhöhungen die Kreditvergabe dämpfen, dann resultiert das nachläufig auch in Dämpfung der Preissteigerung (über Nachfrageausfällen und Entlassungen). Das sind hohe Kosten für Inflationsbekämpfung und auch Strukturwandel wird behindert. Besser ist Einhaltung der goldenen Lohnregel, meint Flassbeck.

Geldpolitik kann also gut abwürgen, aber anregen kaum. In einer Rezession mit mickrigen Renditeerwartungen bringen auch Nullzinsen nichts. Unter Null ist praktisch sinnfrei. Die Geldpolitik sitzt dann in einer »Deflationsfalle«, aus der sie

ohne die Unterstützung der Lohnpolitik allein nicht herauskommen kann. Die 2010er-Jahre mit der Nullzinspolitik der EZB waren ein Paradebeispiel für diese fatale Konstellation.

Die Kunst erfolgreicher Wirtschaftspolitik ist mehr als Wettbewerb durchzusetzen:

Sie muss den monetären Anker der Gesamtwirtschaft, die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten, auf einem gleichmäßig und leicht ansteigenden Pfad gemäß der Zielmarke der gesamtwirtschaftlichen Preissteigerungsrate halten. Dann sind die Preissignale auf den einzelnen Märkten einerseits an diesen Gesamtrahmen gebunden, andererseits können sie sich auf den einzelnen Märkten so frei bilden, dass die Relativpreise die Knappheitsverhältnisse abbilden.

Das zu bewerkstelligen ist vor allem deshalb eine Kunst, weil die eine Hälfte des Ankers von der Lohnpolitik geschmiedet wird, die andere aber, die Produktivitätsentwicklung, über den Umweg der Investitionen von der Geldpolitik. Obendrein muss dieser Anker auf der rauen See der Devisenspekulation bestehen. Beide Politikfelder sollten sich daher laufend abstimmen

Box 12: Die Fiktion von Geldnachfrage und Geldangebot

Der Leitzins wird zentral vorgegeben und vom Bankensystem das Geldangebot geschaffen, das gerade nachgefragt wird. Daher ist der Zins nicht volatil. Würde man das Geldangebot fixieren, würde der Zins mit der Geldnachfrage schwanken. Bei Gütern ist das anders: sie können knapp werden oder auch auf Halde produziert werden, daher schwankt ihr Preis.

Box 13: Die »Inflation« und die Krise aus der Sicht der Neoklassik

Aus Neoklassischer Sicht kann ein Angebotsschock (Folge von Corona und Ukraine) wegen ausgleichender Marktmechanismen nicht zu einem Nachfrageschock führen: Geld wird lediglich umverteilt. Die Nachfrager ändern sich dann zwar und möglicherweise die Art der Nachfrage, was wiederum über Strukturwandel ausgeglichen würde. Selbst wenn das umverteilte Geld vermehrt gespart würde, dann würde stattdessen Investitionstätigkeit angeregt werden, weil die Zinsen sinken.

An dieser Stelle scheitert die Neoklassik an der Realität, denn das Gegenteil ist passiert: Die EZB hob in falscher Analyse (»Inflationsbekämpfung«) den Leitzins an. Es entstand eine Situation hohen Sparens, hoher Zinsen, niedriger Investition und ausgefallener Nachfrage.

Flassbeck kritisiert neoklassische Ökonomen (insbesondere EZB Chefin Christine Lagarde): Situation falsch analysieren, eigene Widersprüchlichkeit nicht erkennen, wirkungslose Maßnahmen empfehlen (Bürokratieabau) und gefährliche Empfehlungen (abwarten) aussprechen. Grundfehler: Von vornherein staatliches Eingreifen als mögliches Instrument auszuschließen.

5.3.2 Der Kern der Geschichte: Stabiles Geld, Wachstum und Produktivität

Flassbeck sieht hier einen entscheidenden Punkt: Die Kunst ist es, Geldwertstabilität und gleichzeitig günstige monetäre Bedingungen permanent aufrechtzuerhalten. Die Zinsen müssen dafür deutlich unter der Wachstumgsrate platziert sein. Dafür wiederum braucht man eine geeignete Inflationstheorie.

Die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten sind der beste Indikator für Inflationsraten (Abbildungen 5.4 bis 5.6) für Zeiträume zwischen 10 und 20 Jahren.

Wenn es stimmt, dass Geldwertstabilität in der Zeit eine entscheidende Voraussetzung für erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist, können offenbar nur solche Volkswirtschaften erfolgreich sein, denen es gelingt, den Anstieg der Löhne über lange Fristen auf Werte zu beschränken, die einerseits stabil sind und andererseits dafür sorgen, dass die Reallöhne genau wie die nationale Produktivität steigen.

Das ist eine politische Aufgabe, die eine Zentralbank nicht erfüllen kann. Notwendige Bedingung ist Beteiligung der Arbeiter am Produktivitätsfortschritt gemäß der goldenen Lohnregel. Fur Schumpetersche Wachstumsdynamik braucht es zusätzlich

Nur bei funktionierendem Law of One Price kann der Unternehmer seinen Produktivitätsvorsprung vollständig realisieren und ihn in sinkende Preise oder steigende Marktanteile umsetzen. »Flexibel« reagierende Löhne, d. h., Lohnzuwächse, die sich an die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens oder einer Branche anpassen, sind exakt das Gegenteil dessen, was eine funktionierende Marktwirtschaft verlangt.

Die Hoffnung, eine betriebliche oder branchenorientierte Flexibilität entfalte positive Wirkungen, gründet in der Regel auf dem Gedanken, man könne und müsse die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erhalten oder ihr Überleben sichern, wenn sie in Schwierigkeiten kommen. Das ist aber durch nichts gerechtfertigt, weil es in völliger Beliebigkeit Unternehmen einen Vorteil verschafft, die womöglich nur deswegen in Schwierigkeiten sind, weil sie gravierende Managementfehler gemacht haben oder in einem Markt agieren, der mit massiven strukturellen Problemen konfrontiert oder durch Nachfrageverschiebungen gar vollständig obsolet geworden ist.

Die Geldpolitik kann eine Wachstumsdynamik unterstützen, indem sie den Zinssatz deutlich unterhalb des Produktivitätszuwachses hält, weil dieser die Quelle der Zinszahlungen darstellt.

Der Zins, unabhängig davon, in welcher Form er auftritt, ist ein unmittelbares Produkt des wirtschaftlichen Erfolges eines Unternehmens bzw. aller Unternehmen einer Volkswirtschaft. Nur wenn diese aus dem bei ihnen vorhandenen Kapital in Kombination mit der von ihnen eingesetzten Arbeit Gewinne in Höhe des Produktivitätszuwachses erzielen, können sie den Kreditgebern (in der Regel Banken) oder den Kapitalgebern (Halter von Aktien oder Unternehmensanleihen) eine Entlohnung anbieten.

Wenn die Unternehmen den Banken einen positiven Zins zahlen können, sind die Banken wiederum in der Lage, einen positiven Einlagenzins zu bieten. Dieser wird zwar unter dem Kreditzins liegen, den die Bank verlangt, aber auch die Anleger, die eine relativ sichere Anlage gewählt haben, können so an der Gewinnsteigerung der Unternehmen partizipieren, obwohl sie nicht via Aktienkäufe unmittelbar Teilhaber bei den Unternehmen geworden sind. Für die Banken gewährleistet folglich die Existenz einer Produktivitätssteigerung in einer Volkswirtschaft, dass sie das klassische Geschäftsmodell der Hereinnahme von Sparanlagen der privaten Haushalte und der Ausgabe von Krediten realisieren können.

Fußnote (Kritik an der MMT)

Ob die Banken Einlagen brauchen, um Kredite vergeben zu können, hat die MMT zu ihrer Kernfrage gemacht. Dabei ist diese Frage unwichtig. Eine Bank braucht in der Tat keine Einlagen, um einen Kredit zu vergeben, aber in der Gesamtwirtschaft wird dennoch die Gesamtsumme der Einlagen mit der Gesamtsumme der Kredite in einem bestimmten Verhältnis stehen, weil das Geschäftsmodell der Banken (Gewinn entsteht aus der Differenz von Soll- und Habenzins) nur Erfolg haben kann, wenn sie etwa in der Größenordnung der Einlagen Kredite vergeben. Dass das möglich ist, dafür sorgt in jeder Volkswirtschaft der unumgängliche Ausgleich der Finanzierungssalden, wie in Kapitel 3 gezeigt.

Box 14: Sticky Wages

Es gibt die verbreitete Vorstellung, Löhne in untergehenden Branchen müssten flexibel sein, d. h. an fallende Preise ihrer Branche angeheftet werden (»downwardly sticky nominal wages«, in den Worten Lagardes). So kann Preisinflation durch parallel boomende Branchen in Summe ausgeglichen werden.

Diese Vorstellung ist problematisch (»gefährlich«)

  1. gibt es in der Realität Fachkräftewanderung, die der geforderten Lohnflexibilität auf Dauer entgegenwirkt, und
  2. gibt es keinen branchenübergreifenden Marktmechanismus zum Ausgleich des Gesamtpreisniveaus
  3. ist die Geschichte geeignet um Arbeitnehmern ungerechtfertigte Schuldvorwürfe zu machen (ihr müsst preisflexibler sein)
  4. wird Zinserhöhung als falsche geldpolitische Entscheidung getroffen

Laut Flassbeck sind in Zeiten des Umbruchs (disruptiver Strukturwandel) Knappheiten und erhöhte Inflation normal, aber nicht schädlich weil vorübergehend. Steigende Zinsen kann eine Volkswirtschaft in dieser Situation nicht gebrauchen.

5.3.3 Die Lehren für die Welt

Analog Abschnitt 1.13 bereitet Flassbeck Daten für Entwicklungsländer auf: China, Indien, Korea, Vietnman, Brasilien, Mexiko, Südafrika, Nigeria. Herangezogen werden Inflationsrate, Nominales Wachstum und mittelfristige Rendite.

Restriktionsphasen: Rendite liegt über dem nominalen Wachstum. Expansionsphasen: Rendite liegt deutlich unter dem nominalen Wachstum

Es ergibt sich laut Flassbeck ein klares Bild - China und die anderen asiatischen Länder ist es gelungen gute monetäre Bedingunen geschaffen und haben sich daher positiv entwickelt.

5.3.4 Geldwertstabilität im Raum

Funktionierende Währungen basieren auf funktionierenden Regionen, die zuverlässig Wachsen und dadurch Zins abwerfen (damit scheiden Stablecoins aus). Für diese gilt:

Währungen müssen international so getauscht werden, dass für alle beteiligten Länder im Inland genauso wie bei Geschäften mit dem Ausland schumpeterianische Bedingungen herrschen. Das impliziert, dass die Wechselkurse jederzeit und überall strikt der Kaufkraftparität folgen. Zins- und Gewinndifferenzen als Ergebnis unterschiedlicher Produktivitätsentwicklungen zwischen den beteiligten Ländern müssen genauso hingenommen werden wie unterschiedliche Entwicklungen innerhalb eines Landes.

Flassbeck spricht sich für »konstante reale Wechselkurse« aus.

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