Quelle
| Format | Veröffentlichung | Link |
|---|---|---|
| Artikel | 2024 | https://makronom.de/ueber-reichtum-reden-die-sprache-des-kapitalismus-47453 |
Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2024. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).
Interessant
Das Heilsversprechen des Kapitalismus lautet: Jeder ist seines Glückes Schmied. Heutige Vermögens- und Einkommensunterschiede werden in erster Linie durch das Leistungsprinzip gerechtfertigt, völlig unabhängig davon, wie falsch diese Erklärung ist.
Zu Mario Draghis berühmter “Whatever it takes”-Rede
Es war Draghis entschlossenes Auftreten und seine eindringliche Sprache, die für die enorme Wirkung seiner Rede gesorgt haben.
Beispiel für einen täuschenden stabilisierenden Begriff:
Die „hart arbeitende Mitte“ reproduziert den kapitalistischen Mythos der Leistungsgesellschaft. Weil die Menschen in der Mitte hart arbeiten, haben sie es verdient, dass Politik für sie gemacht wird. Die ärmsten Menschen einer Gesellschaft, so schwingt es meistens mit, arbeiten eben nicht hart und sind dementsprechend selbst an ihrer Situation schuld.
Es gibt unzählige weitere Beispiele, wie Sprache dazu beiträgt, den kapitalistischen Status quo mit all seinen Ungerechtigkeiten heute entgegen aller Kritik aufrechtzuerhalten. Dabei ist die größte Leistung des Kapitalismus, von seiner eigenen Alternativlosigkeit zu erzählen.
