Der Standard Interview mit Medienexpertin über Tracking
Der Standard, Interview mit Medienexpertin über Tracking: "Es ist, als würde man belauscht werden". Indem wir ständig eine Datenspur hinterlassen, setzen wir das Recht aufs Spiel, frei über unsere Zukunft zu entscheiden, warnt Stine Lomborg von der Uni Kopenhagen
Quelle
| Format | Veröffentlichung | Link |
|---|---|---|
| Interview | 2023 | https://www.derstandard.at/story/3000000176662/medienforscherin-ueber-tracking-es-ist-als-wuerde-man-bel |
Wahrgenommen von Heinrichsgeist: 2023. Zitate auf dieser Seite beziehen sich auf diese Quelle, sofern nicht anders gekennzeichnet (Zitationszweck: Anschauliche Hervorhebung ausgewählter Passagen).
Interessant
STANDARD: Was ist es, das wir opfern?
Lomborg: Wir opfern das Recht, frei über unsere eigene Zukunft zu entscheiden. Das mag übertrieben klingen, denn die meisten von uns werden den negativen Folgen von Tracking nicht direkt ausgesetzt. Die Forschung hat gezeigt, dass gerade vulnerable Gruppen am meisten durch Tracking Schaden nehmen können. So werden beispielsweise Einwanderer durch digitale Nachverfolgung viel stärker ins Visier genommen, und ihre Zukunft hängt erheblich von den daraus gewonnenen Erkenntnissen ab. Das ist ein ganz anderer Fall, als wenn wir personalisierte Werbung serviert bekommen, das ist für die meisten Leute okay. Das Problem ist: Wir wissen nicht, ob das digitale Tracking, das heute stattfindet, uns in Zukunft schaden wird. Die umfassende digitale Erfassung ist eine Form infrastruktureller Macht, welche die Bausteine der europäischen Wohlfahrtsgesellschaften, also Werte wie Solidarität, Gleichheit und Autonomie, zunehmend unter Druck setzt. Das ist ein abstrakter Wandel, den wir in unserer Zeit vielleicht nicht mehr erleben werden. Aber unsere Kinder werden es
