Zyklusmodell: Substanz-Schuld-Vermögen
Zusammenhang zwischen Staatshaushalt und Staatssubstanz.
Wie entwickeln sich Substanz und Schulden eines Staates, wie hängt dies mit haushalterischen Entscheidungen und Zwängen zusammen? Dies wird hier modellhaft über zwei Zyklen (Haushaltsjahre) dargestellt.
Modellannahmen:
- Der Staat ist währungssouverän und verschuldet sich ausschließlich in eigener Währung
- Das Privatvermögen umfasst Geldvermögen (Zentralbankgeld) und Staatsanleihen
- Das Privatvermögen unterscheidet nicht zwischen inländischen/ausländischen Haltern
- Bei Gütern wird nicht zwischen exklusiven Luxusgütern und Alltagsgütern unterschieden, Verteilungsfragen spielen keine Rolle
- Exportgüter zählen nicht zur Substanz (sie werden nicht von der heimischen Volkswirtschaft genutzt)
Der erste Zyklus zeigt eine hohe Staatsquote und positive Nettoinvestitionen: Der Staat tätigt mithilfe von Neuverschuldung Investitionen, deren Wertsteigerung in Summe den natürlichen Wertverlust (Abschreibungen) übersteigt - die Substanz vergrößert sich.
Abstrakte Definition Substanz: Die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft, die Bedürfnisse seiner Bevölkerung zu befriedigen. Dazu zählen auch Infrastruktur, Sachvermögen, innere und äußere Sicherheit, Bildung, Daseinsvorsorge, politische Stabilität, funktionierende Exekutive und Judikative. Bedürfnisse umfassen auch gesellschaftliche Teilhabe.
Der zweite Zyklus zeigt einen “Sparhaushalt” mit niedriger Staatsquote und negativen Nettoinvestitionen: Der natürliche Wertverlust führt damit zu Substanzverlust. Die Staatsschulden steigen nicht nennenswert (im Detail hängt das ab von der Balance aus Zinsausgaben und Steuereinnahmen).
Die Schulden des Staates sind monetäre Vermögen privater Haushalte und Unternehmen, daher sind beide Balken groß.
